André & JSO



Wenn ich die letzten zwanzig Jahre betrachte, stelle ich fest, dass mein Privatleben eigentlich nahtlos mit meiner Arbeit verbunden ist. Wenn ich also mein Privatleben beschreiben müsste, käme das einer Schilderung meiner Karriere gleich. Das liegt nicht zuletzt an meiner Frau Marjorie, die von Anfang nicht nur mit dabei, sondern auch maßgeblich beteiligt war. Eines steht fest: Mein Leben ist die Musik. Sie ist mein ständiger Begleiter, mit ihr wird mir niemals langweilig.

Schon als Kind hat mich die Welt der Musik enorm fasziniert. Mein Vater war Dirigent und ich erinnere mich noch an den bombastischen Klang des Orchesters, an die vielen Streichbögen, die immer gleichzeitig in dieselbe Richtung gingen. Ich fand das herrlich! Allerdings wunderte ich mich über die gedrückte Atmosphäre bei diesen Konzerten. Alle machten so ein ernstes Gesicht, niemand durfte sich räuspern, geschweige denn lachen. Und dass obwohl von dieser Musik so viel Freude ausging!

Diese gekünzelt-feierliche Atmosphäre, die man bei manchen klassischen Konzerten vorfindet, und die viele Leute davon abhält, ein solches Konzert zu besuchen, wird man bei uns vergeblich suchen. Unser Orchester besteht aus jungen, hochmotivierten Musikern, die Abend für Abend mit Leib und Seele auf der Bühne stehen, um mit mir zusammen ein Konzert zu geben. Dieser Funke der Begeisterung springt auch auf das Publikum über. Deswegen haben wir bei unseren Konzerten immer viel Spaß miteinander: das Orchester, ich selbst und nicht zuletzt auch das Publikum. Mitschunkeln, mitsummen, klatschen, springen - erlaubt ist, was gefällt! Jeder Abend ist ein Erlebnis für sich. Etwas Schöneres kann sich ein Musiker eigentlich gar nicht vorstellen!

Während meines Geigenstudiums am Konservatorium fragte mich irgendwann jemand, ob ich Lust hätte, in einem Salonorchester mitzuspielen. Dort spielte ich zum ersten Mal einen Walzer, nämlich ‘Gold und Silber’ von Franz Léhàr. Welch eine Offenbarung! Der Walzer zog mich so sehr in seinen Bann, dass er etliche Jahre später gewissermaßen zu meinem Lebensrhytmus wurde: ein Musikerleben im Dreivierteltakt. Nun spiele ich heute mit meinem eigenen Orchester viel mehr als nur Walzer. Mein Traum ist es, die gesamte klassische Musik einem breiten Publikum zugänglich zu machen. Dazu habe ich inzwischen ein eigenes Aufnahmestudio einrichten lassen, in dem wir in harter Arbeit klassische Musik neu interpretieren.

Ich hoffe, dass ich mein Publikum noch viele Jahre mit meiner Musik glücklich machen kann!
 

 








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